Vereinsgeschichte

Im Jahre 1911 wurde der Verein als Wilhelmsburger Reitklub von 1911 gegründet, Zweck der Gründung war in erster Linie die gemeinsame Liebe zum Pferd und die Pflege der Geselligkeit – daran hat sich bis heute nichts geändert, wenn man z.B. die Frühschoppen im Vereinshaus betrachtet, wo sich alte und junge Mitglieder am großen, ovalen Tisch sonntagmorgens einfinden und über alte und neue Reiterlebnisse diskustieren.

Nach der Gründung traf man sich zu Reitausflügen und veranstaltete jährlich ein Ringreiten; auch diese Tradition hat sich bis in die heutige Zeit erhalten.

An der Gründungsversammlung waren beteiligt:
Peter Schlatermund
Claus Schlatermund
Otto Schröder
Friedrich Meyer
Hans Meyer
Jan Mamero
Otto Hecht
Karl Bartels
und Sattlermeister Friedel Bartels

Die Reiterkönige

Reiterkönige

Das erste Vereinslokal war die Gastwirtschaft Bartels an der Ecke des heutigen Jenerseitedeichs zur Kirchdorfer Straße.

1913 wurde das erste Ringreiten veranstaltet, die Königskette stiftete der am Bahnhof ansässige Juwelier Otto Hecht.
Im ersten Weltkrieg ruhte das Vereinsleben, aber ab 1920 trat der Verein wieder in Erscheinung und nannte sich jetzt

Reitverein Wilhelmsburg von 1911

Man begann mit einem planmäßigen Schulreiten, und auch die Grundausbildung wurde vermittelt.

Gründung

1922 erfolgte die Standartenweihe.

1925 war der Verein Gründungsmitglied des Landesverbandes der Reit- und Fahrvereine. Mit guten Erfolgen beteiligte man sich an den Turnieren bei Nachbarvereinen.

1927 errang Walter Schlatermund mit der Landesmannschaft bei einem Turnier in Dortmund beachtliche Preise. Bei einem großen Turnier in Hollenstedt im gleichen Jahr gewann die Mannschaft die Kreisstandarte.

1928 zog es mehrere Mitglieder zum Stillhorner Reitverein, der dadurch wieder belebt wurde.

Von 1929 – 1932 waren unsere Reiter wieder erfolgreich, in dieser Zeit stellte der Verein eine Junioren-Mannschaft auf und schickte sie zum Verbandsturnier nach Hannover; gegen große Konkurrenz gewannen sie den 1. Preis.

Im Jahr der Machtübernahme 1933 versuchte man die Gleichschaltung der Wilhelmsburger Reitvereine, doch da unser Verein dagegen stimmte, wurde daraus nichts. Durch erfolgreiches Bemühen des Oberleutnants von Natzmer wurde dann jedoch der Zusammenschluß mit dem Reitklub Eintracht auf freiwilliger Basis abgeschlossen.
Die Drangsalierungen der Vereine verschärften sich aber derart, daß einige Aktive zur Reiter-SS oder Reiter-SA gingen.

Beim Turnier im Juni 1934 traten zum erstenmal Reiter in Uniformen an.

1935 fand im Juni das Turnier bei Geerds in Niedergeorgswerder unter der Beteiligung der Reichswehr statt.

Von 1936 an ruhten die Turniere, es gab nur noch die bekannten Veranstaltungen: Das Ringreiten, den Königsball, und das „Kränzchen,“ den Herbstball.
Da der 2. Weltkrieg ausbrach, konnte der Reiterkönig seinen Titel erst 1947 wieder verteidigen. Das Vereinsleben erlosch völlig, durch die Kriegswirren verlor man sämtliche Urkunden und Pokale.

1947 nahm man aber schnell das Vereinsleben wieder auf, das zerbombte Vereinslokal von Bartels wurde ersetzt durch das altehrwürdige Gasthaus Sohre, das auch heute noch unser Vereinslokal ist.

Gasthaus Sohre

Im Herbst 1947 gab es erste reiterliche Erfolge, die sich bis 1952 fortsetzten. Adolf Cordes nahm in diesem Jahr mit „Almmusik“ am Derby in Flottbek teil.

Derby Flottbek
Dann setzte leider bis 1960 eine allgemeine Lustlosigkeit ein, es fanden keine vereinsinternen Turniere statt. 1960 fand dann das Ringreiten bei Sohre statt. Zum 150jährigen Jubiläum veranstaltete man eine Vereinsfeier.

1962 fiel der Reitbetrieb wegen der verheerenden Flut-Katastrophe aus, bis 1966 verlief der Reitbetrieb noch lustlos.
Nun trat der Verein dem Hamburger Sportbund bei.

Im August 1966 gab es eine Ausschreibung vom Landesverband für das Landesturnier in Flottbek; Renate Nedel, Klaus Meyer, Jürgen Maack und Bernd Niakowsky nahmen teil und gewannen die begehrte Landesstandarte.
Zur Siegesfeier im November bei Sohre erschienen auch der damalige Senator des Inneren, Herr Eckström, sowie unser unvergessener Ortsamtsleiter Hermann Westphal.

1967 trat der langjährige 1. Vorsitzende Walter Schlatermund zurück und sein Nachfolger wurde Ernst Schulenburg. Nachdem nun immer mehr Jugendliche ihre Liebe zum Reitsport entdeckten, entschloß sich der Verein, das erste eigene Pferd zu kaufen. Außerdem bemühte man sich, einen geeigneten Reitplatz zu pachten. Durch Mitgliederspenden wurde schließlich das Pferd Dörte angeschafft und Hans Cordes stellte seine Weide am Jenerseitedeich als Reitplatz zur Verfügung.

Eiskönig

Ostern 1969 kaufte man das 2.Vereinspferd, Eiskönig.

Lange Jahre wurde der Reitsport auf unserer Insel nur von Landwirten aus dem Wilhelmsburger Osten und Moorwerder ausgeübt, bis dann schließlich auch die Städter das Pferd als Freizeitausgleich entdeckten. So wurde das Mindestalter für einen Vereinsbeitritt von 14 auf 6 Jahre gesenkt, und die erste Voltigiergruppe entstand.

 

 

ReitplatzIm Oktober 1975 fand ein Reitfest auf der Koppel von Hans Cordes statt, mit der jungen Voltigier-Abteilung sowie Dressur, Springen, Pony- und Zitronen-Rennen.

1977 übergab der Verein die alte Standarte von 1911 dem Wilhelmsburger Heimatmuseum; der damalige Heimatforscher Rektor Hermann Keesenberg hängte sie gut sichtbar zwischen die alten hannöverschen Fahnen. Frau Grete Wülfken stickte uns eine neue Standarte, doch bei einer Feier fremder Leute wurde sie aus dem Vereinslokal Sohre gestohlen. Der ehemalige Vereinswirt und der Verein kauften eine neue Standarte, doch über wundersame Wege tauchte die alte Standarte wieder auf.

1978 wurde der „Tag des Pferdes“ – unser langjähriges Fest -, an dem nur die hiesigen Vereine teilnehmen durften, umbenannt in „Wilhelmsburger Pferdetag“.

1979 legte der 1. Vorsitzende Ernst Schulenburg aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder, sein Nachfolger wurde Peter Schulenburg.
Ernst Schulenburg blieb dem Verein als Reitlehrer erhalten und ist trotz seines hohen Alters (Jahrgang 1914) als Ehrenvorsitzender beim sonntäglichen Frühschoppen im Vereinshaus noch immer präsent.

Der Reitplatz bei Cordes wurde aber für größere Turniere zu eng, darum verhandelte der Verein mit der Hansestadt Hamburg über einen größeren Turnier- und Reitplatz, und schließlich sorgte auch das Wilhelmsburger Ortsamt dafür, daß ein geeigneter Platz am Niedergeorgswerder Deich, auf dem Gelände der alten Ziegelei und Konservenfabrik, gefunden wurde. Das erste Turnier hier fand so großen Anklang, daß man mit über 300 Nennungen und 70 Pferden ein schönes reiterliches Wochenende bestreiten konnte.

Im Oktober des gleichen Jahres wurden Hans Cordes und Hermann Benthack zu ihrer 60jährigen Mitgliedschaft mit einer Ehrennadel ausgezeichnet.

Am 12. Juni 1980 verstarb unser Ehrenmitglied Walter Schlatermund.

1981 brach man mit der Tradition, daß nur männliche Reiter den König ausreiten durften, und Helene Pietzke wurde die erste Reiterkönigin des Vereins.
Sie trug galant die schwere, über 70 Jahre alte Königskette; das Krönchen stiftete Olander Olsson.

1981 belegte unsere Jugendmannschaft den 4. Platz im Turnier am Reitstall Treudelberg, die beteiligten Mitglieder waren Kirstin Hamann, Silke Pretzer, Christina Möller und Jens Stolte.

1984 löste Johannes Wülfken den 1. Vorsitzenden Peter Schulenburg ab, und im gleichen Jahr erhielten wir auch die Benutzungsgenehmigung für den Reitplatz am Niedergeorgswerder Deich in Georgswerder.

Tunier
Ende 1984 kaufte der Verein ein in gutem Zustand befindliches großes Holzhaus, das noch immer als unser Vereinshaus dient. Im September nahm eine Reiterabordnung zum 60jährigen Jubiläum des Landesverbandes bei einem historischen Festumzug auf der Horner Rennbahn teil, vorweg fuhren in einer Kutsche das Königspaar Hans und Ingrid Wülfken.

Von 1984 bis 1987 entwickelte sich besonders die Voltigier-Abteilung unter Kirstin Hamann, im Juni 1986 placierte man sich beim Turnier an 1. und 3. Stelle.
In der kalten Jahreszeit standen die Vereinspferde nun im Stall von Adolf Meyer gegenüber dem Reitplatz.

Im Januar 1985 ernannte man die Mitglieder Peter Schlatermund, Johnny Gerkens und Wilhelm Schulz zu Ehrenmitgliedern. An einem Berittführer-Lehrgang nahmen Beate Gubba, Anja Jenkel (heute Binek) und Jan Wülfken erfolgreich teil. Die erfolgreichste Reiterin des Jahres 1985 war Carola Meyer; sie erhielt den Wanderpokal.

1986 traten 4 junge Reiter dem Verein bei, die mit eigenen Pferden Ritterspiele durchführen wollten; sie landeten später beim Film.

In Warendorf wurde dann ein weiteres Vereinspferd eingetragen, Shoulu, ein Norweger. Und Ernst Schulenburg wurde vom Landesverband für hervorragende Leistungen in der Vereinsarbeit geehrt.

Am 17. Juni 1986 feierte der Verein sein 75-jähriges Bestehen. Mit einem Reiter- und Kutschenumzug durch Kirchdorf vom Reitplatz zum Heimatmuseum begann der Festtag. Dort wurde am Gedenkstein für die Wilhelmsburger Pferdezucht ein Kranz niedergelegt.
Begleitet von den Jagdhorn-Bläsern und einem Spielmannszug zog man wieder zurück zum Vereinsgelände, wo mit einem Imbiss weiter gefeiert wurde. Nach einer Ansprache des Ortsamtsleiters Westphal wurden die Reiter aktiv mit einem Jagd- und Mannschaftsspringen. Hermann Westphal rundete den Abend mit einem Dia-Vortrag ab.
Im gleichen Jahr vermachte er dem Verein seine Foto-Sammlung über das Ringreiten.
Der Verein für Heimatkunde zeigte sich interessiert an der alten Vereinskutsche, deren Instandsetzung über 4500,- DM kosten sollte. Man beschloß, sie nur kurz in Helmut Cordes Scheune zu renovieren, um sie dann im geplanten Außenstandort des Museums auf dem Hof von Günter Glatz auszustellen.

Doch daraus wurde leider nichts, 1997 brannte die Scheune durch Brandstiftung ab und mit ihr die Kutsche. Aus dem Nachlaß von Herrn Seebode kaufte der Verein für 1000,- DM ein Pony, eine Kutsche und eine Pony-Kutsche.

1986 hatte der Verein 53 aktive Mitglieder, die 10 erste Plätze und 41 weitere Placierungen errangen. Den LK-Pokal gewann Stefanie Stammberger, und auch die Vereinsmeisterschaft im Voltigieren. In einer Änderung der Statuten wurde die Gemeinnützigkeit festgelegt. Im Januar 1987 begann dann die Amtszeit von Werner Kelpe als 1.Vorsitzender, die bis 1990 dauerte. In diese Zeit fielen häufige Gespräche mit den Behörden wegen der notwendigen Reitwege; besonders die Freizeitreiter litten unter dem Mangel an geeigneten Reitwegen.1987 beantragte der alte Stillhorner Reitverein eine Fusion mit unserem Verein, doch da sie keine Pferde einbringen wollten, lehnte der Vorstand dies ab. So traten die Stillhorner teilweise unserem Verein bei, die langjährige Mitgliedschaft wurde ihnen angerechnet. In dieser Zeit war die Voltigier-Gruppe wieder besonders erfolgreich; auf einem Turnier mit 70 Kindern gewann unsere Mannschaft, außerdem belegte Bianca Jesberg im Einzel den 1. Platz. Im Dezember 1987 ernannte man Heino Bollmeier zum Ehrenmitglied. Zum Herbstball, dem „Kränzchen“, erschienen 103 Personen. Im Januar 1988 wurden die erfolgreichsten ReiterInnen des Vorjahres geehrt:
1.: Jan Wülfken,
2.: Rebecca Lewandowski,
3.: Nicole Grätzuweit.
In jenen Jahren drängten die Mitglieder den Vorstand immer mehr zum Bau einer Reithalle. Und der Sportrahmenvertrag machte die Anlage am NGW-Deich zu einer anerkannten Sportanlage. Im Dezember 1988 wurde dem erst 15jährigen Felix Leuschner der „Goldene Bagger“ verliehen wegen seines enormen Einsatzes beim Gemeinschaftsdienst. Im April 1989 wurde Rebecca Lewandowski Hamburger Meisterin und Manfred Möller und Norbert Zirpins erwarben das Bronzene Fahrabzeichen. Im Juni nahmen 8 Reiterinnen der Klasse A auf dem Derby-Platz in Flottbek teil. Vom eigenen Turnier berichtete man in den Annalen, daß die hervorragende Bewirtung durch das Ehepaar Friedel und Ruth Weiß großen Anklang fand.
1989 errichtete man einen Stall für die Vereinspferde. Beim Königinnen-Frühstück für Monika Jesberg wurden Adolf und Hermann Cordes und Willi Schulz für 40jährige Mitgliedschaft geehrt, für 25jährige Mitgliedschaft Michael Hoick. Und es gab mit Doris Meins wieder eine neue Königin beim Ringreiten. Der Königsball bei Sohre war ausgezeichnet und auch der Heideausritt nach Briedlingen fand großen Anklang. Bei einem Lehrgang erwarben 4 Teilnehmer das Bronzene Reiterabzeichen Kl. 3 für Senioren, 23 Mitglieder bestanden die Reiterpaß-Prüfung.
Im Januar 1990 stellte der Verein im Landesverband der Reit- und Fahrvereine immerhin 10 % der Berittführer. Die besten Turnier-ReiterInnen des vergangenen Jahres waren
1.: Rebecca Lewandowski,
2.: Jan Wülfken,
3.: Stefanie Stammberger.
Darüber hinaus errang Stefanie Stammberger das Silberne Reitabzeichen, das Bronzene ging an Rebecca Lewandowski, Katja Peters und Claudia Stemmann.

Im Dezember 1990 stellte die Umweltbehörde die Reitwege sogar in Frage. Die wenigen benutzbaren Wege wurden oft von LKW zugeparkt oder von anliegenden Landwirten einfach umgepflügt.

Im Mai 1990 gab der Spartenleiter der Freizeit-Reiter, Karl-Heinz Hettel, bekannt, daß Ingrid Müller und Tamara Koop ihren Reiterpaß bei einem Staffelreiten erworben hatten. Im Oktober 1990 legte der 1. Vorsitzende Werner Kelpe sein Amt nieder, der 2. Vorsitzende
Gerhard Wülfken leitete den Verein bis zur nächsten Jahreshauptversammlung im Februar 1991, auf der dann Klaus Wilke zum Vorsitzenden gewählt wurde.

Der Verein hatte jetzt 183 Mitglieder. Das diesjährige Turnier wurde das bisher erfolgreichste für unsere Aktiven, sie holten 31 Schleifen. Beim Ringestechen errang Jan Wülfken den 1. Platz, Renate Hennings wurde Reitkönigin; bei den Jüngeren wurde Christa Henning Reitkönigin. Und es wurde auch ein weiteres Vereinspferd gekauft, der Norweger-Wallach Benno. Beim Pferdetag errang Nadja Weiß den Jugendpokal, den Turnierpokal ihre Schwester Tanja. 1994 sind Hermann Benthack und Hans Cordes 75 Jahre im Verein.
In diesem Jahr verstarb auch unser Ehrenmitglied Heino Bollmeier im Alter von 75 Jahren. 1994 wurde Gerd Wülfken Ringreiter-König, bei den Jugendlichen Muna Abd-el-Salam Königin. Im Oktober liegt nun endlich die offizielle Baugenehmigung für die geplante Reithalle vor. Auf dem für die Halle vorgesehenen Gelände findet der Kampfmittelräumdienst zwei englische Fliegerbomben, die entschärft und beseitigt wurden.
Rebecca Lewandowski wurde in den Landeskader der Springreiter berufen und Johannes Wülfken zusammen mit Adolf Cordes zu Ehrenmitgliedern ernannt. Im Jahre 1994 war Rebecca Lewandowski die erfolgreichste Vereinsreiterin, sie errang auf Turnieren 63 Placierungen, davon einige M-Placierungen. Im Vielseitigkeitsreiten war Stefanie Stammberger dominierend.
Im März 1994 stellt der Verein seine Abrechnung auf EDV um, Jörg Wülfken wird EDV-Leiter. Beim Pferdetag errang Rebecca Lewandowski den Wanderpokal, den JuniorenPokal verteidigte Alice Henke. 1995 fand sich aber auch niemand bereit, das Königsamt zu übernehmen.
Das Vereinspferd Jan erkrankte und wurde durch den Hannoveraner Frisby ersetzt. 1995 hat die Voltigier-Gruppe nur noch 6 Kinder, ein Indiz dafür, daß dringend eine Reithalle kommen muß, denn bei schlechtem Wetter – besonders im Winter – kann so nicht mehr gearbeitet werden.
Besonders beliebt sind seit diesen Jahren die von Sabine Hägewald und Anja Binek ausgerichteten Weihnachtsbasare und der von Hans Wülfken geführte Preisskat.

Kind

1996 wurden weitere Ehrenmitglieder ernannt: Unser Schmied Erwin Degele, Harry Lewandowski und Wilhelm Wülfken. Rebecca Lewandowski hat 1995 ihr erfolgreichstes Jahr; sie errang 32 Placierungen, davon zwölfmal den 1.Platz.
Der 1.Vorsitzende gibt bekannt, daß der Pachtvertrag für die Reitanlage bis zum Jahr 2007 verlängert wurde.
Zum 95. Geburtstag des Ehrenmitglieds Hermann Benthack gratuliert der Verein u.a. mit einer Reiter-Eskorte. Im Landeswettbewerb belegte Rebecca Lewandowski den 2. Platz der Junioren. Beim Pferdetag ging der Turnier-Pokal an Jan Wülfken, der Jugendpokal an Simone Reimers. 1996 wurde Rebecca Lewandowski Hamburger Vizemeisterin im Springen.
Anfang September 1996 wird der Verein von einem schweren Schlag getroffen: Der langjährige 1. Vorsitzende Klaus Wilke verstirbt plötzlich im Alter von nur 51 Jahren. Entsetzen, Trauer und Ratlosigkeit verbreiten sich unter den Mitgliedern, das Mitgefühl gilt der Familie. Eine eindrucksvolle Trauerfeier zeugte von der Beliebtheit von Klaus Wilke.

Gerd Wülfken
Gerd Wülfken als 2. Vorsitzender leitete nun die Geschicke des Vereins in einer schwierigen Zeit.
Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung erklärte sich die Witwe, Frau Anneliese Wilke, bereit, das Amt ihres verstorbenen Mannes zu übernehmen. Zum ersten Mal leitet nun eine Frau den Verein.

 

 

Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden geehrt:

Elke Hamann
Kirstin Kunde
Olander Olsson
und Ernst Wülfken
40 Jahre dabei waren Herbert Meyer und Gerd Wülfken,
50 Jahre Adolf und Hermann Cordes.

Solche Menschen haben sich durch ihre Treue und Arbeit dem Verein verdient gemacht, durch sie lebt eine Gemeinschaft.

1996 war Rebecca Lewandowski wieder erfolgreichste Reiterin. 37 Placierungen erreichte sie, davon je einmal den 1. und 2. Platz im MA-Springen. Jan Wülfken hatte 22 Placierungen, darunter einen 1. Platz.
Bei den Jugendlichen zeigt sich 1997 mit den Reiterinnen Simone Reimers und Sabrina Gründler ein Trend nach oben. Den Jugendwanderpokal beim Pferdetag gewann Simone Reimers, den Turnierpokal wieder einmal Jan Wülfken. Vereinsmeisterin wurde Rebecca Lewandowski, bei den Jugendlichen Sabrina Gründler.

Zum Turnier 1997 gab es mit über 2000 Nennungen einen bisher nicht erzielten Rekord, so daß 2 Prüfungen schon am Freitag vorgezogen werden mußten. Nicht wenige Mitglieder nahmen sich für die Vorbereitungen und die späteren Arbeiten Urlaub. Was würde der Staat ohne die vielen, ungenannten Ehrenamtlichen machen, die dafür sorgen, daß in den Kommunen ein Gemeinschaftsleben stattfindet und für die Jugend etwas getan wird?

Mit großer Energie bemühte sich die Vereinsführung um den Bau und die Finanzierung der Reithalle.

Richtfest

Endlich konnte dann im November 1997 das Richtfest gefeiert werden, aber nun begann eine aufwendige Arbeit. Die Mitglieder beteiligten sich unermüdlich am Ausbau der Halle, jedes Wochenende wurde gearbeitet. Und auch die älteren Ehrenmitglieder, allen voran Hans Wülfken und Adolf Meyer, standen bei Wind und Regen zur Verfügung. Besonders den Frauen und Mädchen sei hiermit gedankt, selbst das Pflastern der Boxen-Gasse ging ihnen leicht von der Hand. Daß wir dann nach einem halben Jahr den Reitbetrieb aufnehmen konnten, hat der Verein dem 2.Vorsitzenden Gerd Wülfken zu verdanken, der immer wieder dafür sorgte, daß alles ordnungsgemäß ablief.

 

 

Am 18.April 1998 weihten wir die Halle unter großer Beteiligung von Politik und Verwaltung ein; sie wurde nach dem ehemaligen Vorsitzenden Klaus Wilke benannt. Ein buntes, umfangreiches Reit-Programm zeigte den Zuschauern Einblicke in die Arbeit des Vereins.

Einweihungsfeier

Am Abend trafen wir uns wieder im Traditions-Gasthof Sohre zum Reiterball.
Im Jahr 2001 feierte man mit einem großen Kutschen- und Reiterumzug unter Beteiligung des Landesverbandes und der Ortsamtsleiterin, Frau Heike Severin, das 90-jährige Bestehen des Reitvereins, vorbei an der Wilhelmsburger Mühle bis zum historischen Amtshaus beim Heimatverein und zurück zum Vereinshaus. Inzwischen gibt es auch endlich – nach langjährigen Bemühungen – einen Reitweg am Naturschutzgebiet Rhee unweit des Vereinsgeländes.

2001 wurde erstmalig auch eine Jugendkasse eingerichtet und im gleichen Jahr erhielt unsere 1. Vorsitzende Frau Anneliese Wilke vom Landesverband die silberne Ehrennadel für ihre Verdienste um den Bau der Reithalle. Problemlos verlief die Umstellung auf den Euro, doch ein geplanter Förderverein kam leider nicht zustande.

2002 übernahm ein neuer Vorstand die Amtsgeschäfte, bereits im Folgejahr kam es jedoch zum Streit mit den Mitgliedern und der Vorstand trat geschlossen zurück. 2003 wurde schnell zu einem der schwärzesten Jahre in der Vereinsgeschichte. Anfang des Jahres verstarb der Ehrenvorsitzende Ernst Schulenburg und aufgrund der Streitigkeiten verlor der Reitverein einige langjährige Mitglieder.

In einer turbulenten Hauptversammlung wurde im Januar ein neuer Vorstand gefunden. Auch die Amtszeit des neuen Vorstands war jedoch leider nicht von langer Dauer. Bereits nach fünf Wochen warf auch dieser im Angesicht der schwierigen finanziellen Situation das Handtuch.

Danach liess sich kein neuer Vorstand mehr finden, der bereit war das finanzielle Risiko zu tragen. Der Verein stand damit sowohl finanziell als auch personell kurz vor dem Aus. Schliesslich erklärte sich Gerd Wülfken auf der außerordentlichen Hauptversammlung im März bereit, für sechs Monate als Notvorstand die Geschäfte zu führen. Es gelang dann, wieder Ruhe in den Verein zu bringen und mit einem harten Sparkurs und einem erfolgreichen Sommerturniers die Finanzen halbwegs zu konsolidieren.

Im Anschluss übernahm im September dann wieder ein regulärer Vorstand das Ruder, diesmal unter der ehemaligen Vorsitzenden Anneliese Wilke. Peter Schulenburg wurde zum neuen Ehrenvorsitzenden gewählt. Es gelang dann letztendlich, den Verein wieder in ruhigere Fahrwasser zu führen und auch einige der Ehemaligen wieder einzubinden.

2004 öffnet sich der Verein mit seinen Voltigiergruppen und dem Schulbetrieb immer stärker auch für Nichtmitglieder. Neuerdings muss man nicht mehr Mitglied im Verein werden, was die psychlogische Einstiegshürde für Interessenten erheblich senkt. Die wachsende Nachfrage zeigte ziemlich schnell, das dieser Schritt richtig war. Mit vergünstigten Preisen für Mitglieder gelingt es letztlich, viele Reiter früher oder später doch als Mitglieder zu gewinnen.

Nach den entäuschenden Nennzahlen des Jahres 2002 gab es einige Stimmen, die das Sommerturnier grundsätzlich in Frage stellten. Das Ergebnis des Folgejahres liess jedoch alle Zweifler schnell verstummen. Mit einer sehr teilnehmerfreundlichen und seitdem nur behutsam weiterentwickelten Ausschreibung, die noch auf Gerd Wülfken zurückgeht, hat sich das Turnier seither mit einem stetigem Wachstum zu einer richtigen Erfolgsgeschichte entwickelt. Im Jahr 2005 befand sich der Verein mit knapp 1600 Nennungen mit seinem Turnier zahlenmässig schon auf einer Augenhöhe mit sehr viel größeren und bekannteren Veranstaltern wie etwa dem Harburger Reitverein oder Rehagen.

Seit 2005 engagiert sich auch die nächste Generation jetzt zunehmend für den Verein. Auf Initiative von Christian Peters gelang im November dann doch noch die Gründung eines Fördervereins.

Die Chronik wurde zusammengestellt von Klaus Meise & bearbeitet und aktualisiert von Yves Harms.

Klaus Meise

 

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